Vorstellung des Deutsch-Armenischen Rechtswörterbuchs in Berlin
Am 17. September 2026 wurde im Ratssaal des Bezirksamts Berlin-Lichtenberg das Deutsch-Armenische Rechtswörterbuch vorgestellt. Das im Verlag Dr. Kovač erschienene Werk wurde von Dr. Gurgen Petrossian, LL.M. (Heidelberg), und Christian Mkhitaryan herausgegeben und umfasst 292 Seiten mit mehr als 10.000 juristischen Begriffen aus zentralen Bereichen des deutschen und armenischen Rechts.
Das Wörterbuch verfolgt ein praktisches und zugleich rechtsvergleichendes Ziel: Juristische Begriffe lassen sich häufig nicht ohne Weiteres von einer Rechtsordnung in eine andere übertragen. Hinter ihnen stehen unterschiedliche dogmatische Strukturen, Institutionen und Rechtstraditionen. Das Werk soll deshalb nicht nur sprachliche Entsprechungen bieten, sondern dazu beitragen, deutsche und armenische Rechtssprache präziser zu verstehen und miteinander in Beziehung zu setzen.
An der Erarbeitung des Wörterbuchs waren neben den beiden Herausgebern Araksya Arakelyan, Anita Grigoryan, Hasmik Grigoryan, Arpi Kouyoumdjian und Hovik Martirosyan beteiligt. Das Werk richtet sich insbesondere an Juristinnen und Juristen, Übersetzerinnen und Übersetzer, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Behörden, Unternehmen sowie Studierende, die mit deutschen und armenischen Rechtsbegriffen arbeiten.





Die Buchvorstellung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Recht, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und deutsch-armenischer Zusammenarbeit zusammen.
Zu Beginn begrüßte Mikayel Minasyan, 1. Vorsitzender der Association of the European and Armenian Experts e. V. (AEAE), die Gäste und übermittelte die Grüße und Glückwünsche des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Lichtenberg, Martin Schaefer, sowie von Prof. Dr. Martin Pätzold, MdA. In seiner Begrüßungsrede unter dem Titel „Kann die deutsch-armenische Freundschaft normativ sein?“ stellte er die Bedeutung gemeinsamer rechtlicher und gesellschaftlicher Verständigung zwischen Deutschland und Armenien heraus.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Sarah Babaian. Bei der Organisation und Durchführung unterstützte Max Bergmann.

Im Rahmen der Präsentation erläuterte Dr. Gurgen Petrossian die Entstehungsgeschichte des Wörterbuchs und die organisatorischen Herausforderungen des mehrjährigen Projekts. Christian Mkhitaryan sprach über Sprache als unverzichtbares Instrument juristischer Arbeit. Hovik Martirosyan widmete sich den besonderen Herausforderungen juristischer Übersetzung, während Arpi Kouyoumdjian die Rechtssprache als Ausdruck unterschiedlicher Rechtskulturen und rechtlicher Traditionen beleuchtete.
Die anschließende Diskussion verdeutlichte, dass präzise juristische Übersetzung weit über die Übertragung einzelner Wörter hinausgeht. Sie setzt Verständnis für die zugrunde liegenden Rechtsordnungen voraus und ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, Rechtsnormen, Verträge und Entscheidungen über Sprach- und Systemgrenzen hinweg zutreffend zu erfassen.
Für die Deutsch-Armenische Juristenvereinigung e. V. stellt das Wörterbuch zugleich einen konkreten Beitrag zur Vertiefung des juristischen Austauschs zwischen Deutschland und Armenien dar. Es schafft eine fachsprachliche Grundlage für Wissenschaft und Praxis und soll dazu beitragen, Missverständnisse zwischen unterschiedlichen Rechtssystemen zu reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen Juristinnen und Juristen beider Länder zu erleichtern.
Die Deutsch-Armenische Juristenvereinigung dankt allen Mitwirkenden, Referierenden und Gästen sowie der Association of the European and Armenian Experts e. V. (AEAE) für die Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung. Ein besonderer Dank gilt Mikayel Minasyan für die Begrüßung und inhaltliche Eröffnung, Dr. Sarah Babaian für die Moderation sowie Max Bergmann für seine Unterstützung bei Organisation und Durchführung. Die musikalische Begleitung des Abends übernahm die Pianistin Anna Pogosyants.

Zum Buch
Gurgen Petrossian / Christian Mkhitaryan (Hrsg.)
Deutsch-Armenisches Rechtswörterbuch
Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2026
292 Seiten
ISBN 978-3-339-14224-5
Schriftenreihe zum internationalen Einheitsrecht und zur Rechtsvergleichung, Band 74

